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VENEDIG: MURANO BURANO TORCELLO

   

Murano
Die kleine Insel Murano ist die wohl berühmteste Nachbarinsel Venedigs. Wer es irgendwie zeitlich organisieren kann, sollte mit der Vaporetto nach Murano fahren und die Insel besichtigen. Je nach Interesse benötigt man ca. 2-4 Stunden für die Insel der Glasbläser. Murano ist zwar eine kleine übersichtliche Insel mit gerade mal 7000 Einwohnern, hat aber dennoch mehrere Vaporetto-Stationen. Ich empfehle, gleich an der ersten Station auszusteigen und von dort aus seinen Spaziergang zu beginnen.
In welche Richtung man losläuft spielt im Prinzip keine Rolle; auf der kleinen Insel kann man im Prinzip gehen wo man möchte, man stößt immer wieder auf die Hauptstraße bzw. den Hauptkanal Rio Di Vetrai. Diese Hauptstraße erinnert an die Fußgängerzone einer deutschen Kleinstadt: Hier spielt sich das Leben ab, hier gibt es die Läden und Restaurants, hier fahren und parken die Schiffe und Boote. Auf dieser Hauptstraße kann man in aller Ruhe dahinflanieren und einen Glasshop nach dem anderen betreten.
Und damit sind wir bereits beim Thema bzw. beim eigentlichen Hauptgrund für einen Besuch der Insel Murano. Auf der seit rund 1400 Jahren besiedelten Insel haben sich die Glasbläser niedergelassen, und noch heute genießt der Name Murano in der Glasindustrie einen weltweit hervorragenden Ruf. Es gibt unzählige Geschäfte, wo man Vasen, Anhänger, Skulpturen und sonstige Spielereien aus Murano-Glas besichtigen und kaufen kann.
Aber was wäre eine Glasbläserinsel ohne ein paar echten Glasbläsern bei ihrer Arbeit zusehen zu können? Die Glasmanufakturen erlauben das Zusehen bei der Produktion von einfachen Glasgegenständen. Natürlich ist der Eintritt frei, schließlich will man ja den Besuchern etwas aus der eigenen Manufaktur verkaufen. Wer noch nie gesehen hat, wie ein Trinkglas oder eine Blumenvase hergestellt wird, sollte sich dies unbedingt mal ansehen. Es ist ein faszinierender Anblick, wenn man flüssiges glühend heißes Glas sieht.
Wer noch mehr über die Herstellung von Glas und vor allem über die Geschichte der Glasbläserei wissen möchte, dem sein ein Besuch des Museums Museo Del Vetro auf Murano empfohlen. In diesem Museum wird die 1000-jährige Geschichte der Glasbläserei anhand von Tausenden von Objekten wie Vasen, Spiegel, Trinkgefäße, Perlen oder Umhänger dargestellt und dokumentiert.
Murano ist übrigens so etwas wie ein Klein-Venedig. Das System aus Wasserstraßen und Brücken ist gleich. Was aber ganz anders ist, ist das Leben auf der Insel. Man merkt dies, wenn man wie in Venedigs Altstadt einfach ohne Ziel durch die Gassen der Insel marschiert. Während man in Venedig von umherirrenden Touristen nur so dahingestoßen und -gelenkt wird, findet man auf Murano einsame Sträßchen, wo sich die Nachbarn von Fenster zu Fenster Guten Tag sagen. Ein schöner Gegensatz zur völlig überlaufenen Altstadt von Venezia!


venedig murano
   
Burano
Nach einer Stunde Aufenthalt geht's zurück Richtung Venedig zur Insel Burano. Schon bei der Ankunft verspüren wir die Ruhe die dieses Kleinod ausstrahlt. Im Gegensatz zu Venedig findet man hier weder Hektik noch Lärm.
Der malerische Ort mit seinen bunten, farbenfrohen Häusern- die in dieser Farbenvielfalt nur auf Burano zu finden sind - erweckt Begeisterung pur. Fast jedes Häuschen ist liebevoll mit Blumen geschmückt und somit ein eigenes Schmuckstück. Die Kanäle, teils so eng und mit kleinen bunten Fischerbooten überfüllt, dass es schiffstechnisch gesehen kaum möglich ist sie zu durchqueren. Auch die Seitengassen sind oft nur zwei Meter breit. Sie enden immer wieder an verträumten Innenhöfen. Manchmal müssen wir unter Wäsche hindurch kriechen, die quer über die Straße hängt. Natürlich ist es traumhaft schön hier und es werden massig Fotos geschossen. Ein wenig abseits vom Touristenstrom gibt's immer noch Gassen und Plätze, wo einem nicht die Massen der Souvenirjäger auf der ständigen Suche nach markanten und einmaligen Beutestücken begegnen.

venedig burano
   
Torcello
Bereits um 6:30 Uhr werden wir telefonisch aus den Federn geschmissen. Erst eine kühle Dusche bringt uns wieder auf Normaltemperatur. Die Nacht war tropisch heiß - das Heizungsgebläse lief auf vollen Touren und lies sich trotz computergesteuerten Schnickschnack nicht zurückregeln. Auch das Gespräch am Vorabend mit dem Portier verlief erfolglos. Der Blick aus dem Fenster....Nebel! Das mittelmäßige Frühstück ist keine Entschädigung für die durchgeschwitzte Nacht.
Um 8:30 Uhr stehen wir bereit zur Überfahrt nach Venedig. Leider gibt's im kinderfreundlichen Italien keine Kinderermäßigung.
Per Linienschiff pendeln wir zum Piazzale Roma, weiter entlang des Canale Grande auf die andere Seite der Stadt - Umsteigen..., Umsteigen und weiter. Langsam nervt die ständige Schunklerei mit den überfüllten Booten, nur Philipp bekommt nicht genug. Nach drei Stunden Nebelfahrt und etlichen Bootswechseln erreichen wir schließlich Torcello. Von der Schiffsanlegestelle aus müssen wir etwa 15 Minuten laufen, bis man zu den ersten Häusern vorrückt. Langsam brechen gegen Mittag vereinzelte Sonnenstrahlen hinter der Nebeldecke hindurch. Kurze Zeit später verzieht er sich und bringt uns somit einen sonnigen Tag. Torcello ist die kleinste der bekannten Laguneninseln, sie liegt gleich neben Burano und ist die Insel der Einsamkeit und Stille, die jeden Besucher sofort mit ihrer Landschaft fesselt. Besonderes Augenmerk verdienen die Kirche Santa Fosca und die Kathedrale S. Maria Assunta. Exponate der heute noch nicht abgeschlossenen Ausgrabungen sind hier zu besichtigen. Den typischen Touristen-Kitsch findet man hier kaum, es gibt so gut wie keine Geschäfte.
venedig torcello
   
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